Kreisläufe schaffen Werte: Was Käse und Textilien verbindet

Auf den ersten Blick haben Käsespezialitäten aus Heumilch und nachhaltige T-Shirts wenig gemeinsam. Doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Beide Branchen stehen vor ähnlichen Herausforderungen – und bieten zugleich große Chancen, wenn es darum geht, Kreisläufe zu schließen. Beim Expert:innenpanel „Circular Solutions in Textile & Food“ an der FH Salzburg sprach WOERLE-Nachhaltigkeitsmanagerin Diana Reuter über Erfahrungen, Lösungen und Zukunftsperspektiven aus Sicht der Lebensmittelwirtschaft.

Kreisläufe beginnen im System – nicht beim Produkt

„Wenn wir über Kreislaufwirtschaft sprechen, müssen wir anfangen, in Systemen zu denken“, so Reuter. „Es geht nicht nur um einzelne Produkte oder Materialien, sondern um das Zusammenspiel aller Akteur:innen – von der Produktion über den Handel bis hin zum Konsum.“ Dieser systemische Blick prägt auch den Nachhaltigkeitsansatz von WOERLE: Unter dem Titel WOERLE WIRKT WEITER setzt das Unternehmen seit 2019 auf ganzheitliche Strategien, die ökologische und wirtschaftliche Ziele vereinen.

 

Verpackung neu gedacht: Zwischen Sicherheit und Recycling

Ein konkretes Beispiel für den Balanceakt zwischen Innovation und Verantwortung ist das Thema Verpackung. „Die größte Herausforderung liegt darin, Kreislauflösungen in bestehende Prozesse zu integrieren, ohne Qualität oder Wirtschaftlichkeit zu gefährden“, erklärt Reuter. Deshalb setzt WOERLE auf einen schrittweisen Transformationsprozess mit Pilotprojekten, starken Partnern und engagierten Mitarbeitenden. Ziel ist es, recyclingfähige Materialien zu etablieren, die gleichzeitig höchste Produktsicherheit garantieren.

Ressourcennutzung entlang der Wertschöpfung

Über die Verpackung hinaus entstehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette neue Potenziale: durch intelligente Nutzung von Nebenprodukten, die Verwertung landwirtschaftlicher Reststoffe oder Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung. „Gerade im Lebensmittelbereich ist die Reduktion von Verlusten ein zentraler Hebel für mehr Nachhaltigkeit – ökologisch wie ökonomisch“, so Reuter.

 

Digitalisierung als Enabler für Kreisläufe

Auch digitale Tools spielen eine zunehmend wichtige Rolle: „Transparente Datenstandards und Rückverfolgbarkeit sind entscheidend, um Kreisläufe effizient und skalierbar zu gestalten.“ Für Unternehmen wie WOERLE bedeutet das, neben technologischen Lösungen auch neue Formen der Zusammenarbeit zu etablieren – mit Lieferant:innen, Forschungseinrichtungen und Verbraucher:innen.

 

Konsument:innen als Mitgestalter:innen

Denn auch der Blick auf den Markt verändert sich: „Jede Kaufentscheidung sendet ein Signal – an Unternehmen, an Märkte, an die Politik. Konsument:innen haben die Macht, nachhaltige Entwicklungen zu stärken und Innovationen voranzutreiben.“ Aus Sicht von WOERLE liegt daher ein Schlüssel zur Transformation in der bewussten Einbindung der Verbraucher:innen – durch Kommunikation, Transparenz und glaubwürdige Haltung.

Vom Pilot zur Struktur: Kreislaufwirtschaft braucht Skalierung

Zum Abschluss der Veranstaltung brachte Diana Reuter den strategischen Anspruch auf den Punkt: „Wir können den Kipppunkt in Richtung echter Zirkularität nur erreichen, wenn wir Kreisläufe ganzheitlich denken, Akteure vernetzen und aus Pilotprojekten skalierbare Strukturen schaffen, die ökologisch und wirtschaftlich tragfähig sind.“
Mit dieser Haltung positioniert sich WOERLE nicht nur als Qualitätsanbieter im Käsemarkt, sondern auch als Vordenkerin für zukunftsfähiges Wirtschaften – regional verankert, international anschlussfähig.